Ratgeber
Thermostat-Stufen: Welche Zahl welcher Temperatur entspricht
Stufe 3 am Heizkörper bedeutet bei den meisten Thermostaten rund 20 Grad Raumtemperatur. Jede Stufe darüber oder darunter verändert die Zieltemperatur um etwa vier Grad.
Rund 20 Grad. Für Wohn- und Kinderzimmer der übliche Richtwert.
Etwa ein Grad. Damit stellst du feiner ein als mit ganzen Stufen.
Frostschutz. Der Raum fällt nicht unter etwa 5 bis 8 Grad, die Leitungen frieren nicht ein.
Senkt die Heizkosten um rund sechs Prozent. Das ist der meistgenannte Richtwert.
Welche Stufe entspricht welcher Temperatur?
Die Tabelle zeigt die üblichen Werte für mechanische Thermostatköpfe. Hersteller weichen um ein bis zwei Grad voneinander ab. Die genauen Werte stehen in der Anleitung oder auf der Website des Herstellers. Die Marke findest du meist auf dem Kopf selbst oder am Ventil darunter.
| Stufe | Raumtemperatur, etwa | Passt für |
|---|---|---|
| Stern, Schneeflocke | 5 bis 8 Grad | Frostschutz bei längerer Abwesenheit, unbenutzte Räume im Winter |
| 1 | 12 Grad | Abstellraum, Keller, Treppenhaus |
| 2 | 16 Grad | Schlafzimmer, Flur, Absenkung bei Abwesenheit |
| 2,5 bis 3 | 18 bis 20 Grad | Küche, Arbeitszimmer |
| 3 | 20 Grad | Wohnzimmer, Kinderzimmer |
| 3,5 bis 4 | 22 bis 24 Grad | Bad beim Duschen |
| 5 | 28 Grad | praktisch nie sinnvoll |
Zwischen zwei Zahlen sitzen meist drei kleine Striche. Jeder steht für ungefähr ein Grad. Stellst du auf den ersten Strich nach der 3, strebt das Ventil etwa 21 Grad an.
Wie funktioniert ein Thermostatkopf überhaupt?
Im Kopf steckt ein Fühler, meist mit Wachs oder Flüssigkeit gefüllt. Wird es im Raum wärmer, dehnt sich die Füllung aus und drückt auf einen Stift im Ventil. Das Ventil schließt, es fließt weniger heißes Wasser in den Heizkörper. Kühlt der Raum ab, zieht sich die Füllung zusammen, und das Ventil öffnet wieder.
Mit der Zahl stellst du also ein, bei welcher Temperatur das Ventil schließen soll. Der Heizkörper wird auf Stufe 3 nicht weniger heiß als auf Stufe 5. Er hört nur früher auf zu heizen.
Daraus folgt eine wichtige Regel. Der Fühler misst die Luft direkt am Kopf. Hängt ein langer Vorhang davor oder steht ein Sofa direkt davor, staut sich die Wärme. Das Ventil schließt dann, obwohl der Raum noch kalt ist. Halte den Thermostat frei, sonst stimmt keine Tabelle.
Heizt Stufe 5 schneller?
Nein. Das ist der häufigste Irrtum rund um die Heizung. Ob du auf 3 oder auf 5 drehst, das Ventil öffnet in beiden Fällen voll, solange der Raum kalt ist. Der Heizkörper wird genauso schnell warm.
Der Unterschied zeigt sich erst später. Auf Stufe 3 schließt das Ventil bei etwa 20 Grad. Auf Stufe 5 heizt der Heizkörper weiter bis 28 Grad. Wer vergisst zurückzudrehen, heizt ein überhitztes Zimmer und öffnet dann das Fenster. Das ist die teuerste Kombination überhaupt.
Welche Stufe ist für welchen Raum richtig?
Das hängt davon ab, wie du den Raum nutzt und wie warm du es magst. Diese Werte sind verbreitete Empfehlungen von Verbraucher- und Energieberatungen:
- Wohnzimmer: 20 Grad, also Stufe 3.
- Kinderzimmer: 20 Grad tagsüber, nachts 18 Grad.
- Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad, zwischen Stufe 2 und 2,5.
- Küche: 18 Grad. Herd und Geräte heizen mit.
- Bad: 22 Grad während der Nutzung, sonst niedriger.
- Flur: 15 bis 16 Grad, Türen zu warmen Räumen geschlossen halten.
Unter 16 Grad solltest du genutzte Räume nicht dauerhaft auskühlen lassen. An kalten Außenwänden schlägt sich sonst Feuchtigkeit nieder. Wie du dabei richtig lüftest, steht im Beitrag Schimmel vorbeugen.
Wie viel sparst du mit einer Stufe weniger?
Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch um rund sechs Prozent. Eine ganze Stufe sind etwa vier Grad, das wären grob 20 Prozent. So viel wirst du selten dauerhaft absenken wollen. Realistisch ist ein Strich, also ein Grad, in den Hauptwohnräumen.
Ein Rechenbeispiel für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern:
- Heizkosten: etwa 1.000 bis 1.400 Euro im Jahr, Stand 2026
- Ein Grad weniger: 60 bis 85 Euro gespart
- Zwei Grad weniger im Schlafzimmer und Flur zusätzlich: noch einmal 20 bis 40 Euro
Wann sich eine nächtliche Absenkung lohnt und wann nicht, erklärt der Beitrag Heizung nachts runterdrehen. Weitere Hebel ohne Umbau sammelt Energie sparen in der Mietwohnung. Beim Strom lohnt sich ein Blick auf das Eco-Programm der Waschmaschine und den Wechsel auf Umluft im Backofen.
Brauchst du ein smartes Thermostat?
Nicht unbedingt. Ein mechanischer Kopf regelt zuverlässig, solange du ihn selbst bedienst. Ein programmierbares oder smartes Thermostat zeigt dir dagegen echte Gradzahlen im Display. Es senkt nachts und bei Abwesenheit automatisch ab und heizt pünktlich wieder auf.
Das lohnt sich vor allem in Räumen mit festen Zeiten, etwa im Bad oder im Arbeitszimmer. Einfache programmierbare Köpfe kosten etwa 15 bis 30 Euro, smarte Modelle mit App 40 bis 80 Euro je Heizkörper. Die meisten passen ohne Werkzeug auf das vorhandene Ventil. In der Mietwohnung darfst du den Kopf in der Regel tauschen. Heb den alten auf und setze ihn beim Auszug wieder ein.
Wer seine tatsächlichen Kosten verstehen will, findet die Grundlage in der jährlichen Abrechnung. Wie du sie liest, zeigt der Beitrag Heizkostenabrechnung verstehen.
Häufige Fragen
Warum wird mein Zimmer auf Stufe 3 nicht 20 Grad warm?
Was bedeutet die 0 auf dem Thermostat?
Soll ich die Heizung bei Abwesenheit ganz abdrehen?
Zeigt Stufe 3 bei jedem Heizkörper dieselbe Temperatur?
Kann ich den Thermostatkopf selbst wechseln?
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Temperatur- und Kostenangaben sind Richtwerte, Angaben ohne Gewähr.
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