
Ratgeber
Energie sparen in der Mietwohnung: 12 Maßnahmen ohne Umbau
Dämmen, Fenster tauschen, Wärmepumpe einbauen – all das entscheidet die Vermieterseite. Als Mieterin oder Mieter bleibt trotzdem mehr Spielraum, als die meisten nutzen. Und einiges davon spart dreistellig im Jahr.
Hier sind zwölf Maßnahmen, sortiert danach, was sie bringen – und mit dem Hinweis, was beim Auszug wieder weg muss.
Heizen: hier liegt das meiste Geld
Rund 70 Prozent der Energie im Haushalt gehen ins Heizen. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Heizenergie.
- Heizkörper freiräumen. Ein zugestelltes Sofa oder ein langer Vorhang davor kosten bis zu 20 Prozent der Wärmeleistung. Kostet nichts, wirkt sofort.
- Programmierbare Thermostate. 15 bis 40 € pro Stück, in fünf Minuten getauscht, spart 5 bis 10 Prozent. Das alte Thermostat aufheben und beim Auszug wieder anschrauben.
- Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper. Sinnvoll bei ungedämmten Außenwänden, 10 bis 25 € und rückstandslos entfernbar.
- Heizkörper entlüften. Gluckert es, ist Luft im System – die Wärme kommt nicht an. Einmal im Jahr mit einem Vierkantschlüssel für zwei Euro.
- Nachts Rollläden und Vorhänge schließen. Reduziert den Wärmeverlust am Fenster spürbar.
- Stoßlüften statt Kippen. Ein gekipptes Fenster kühlt die Wand um das Fenster herum aus und kostet über den Winter leicht 100 €. Fünf Minuten weit öffnen bringt denselben Luftwechsel.
Zugluft abdichten
Alte Fenster und Türen sind selten dicht. Der Test: Ein Blatt Papier einklemmen und die Tür schließen. Lässt es sich herausziehen, ohne zu reißen, fehlt die Dichtung.
- Selbstklebende Dichtungsbänder für Fensterfalz und Türrahmen: 5 bis 15 € pro Raum, sparen 5 bis 10 Prozent Heizenergie
- Zugluftstopper unter der Wohnungstür, besonders im Treppenhaus
- Rollladenkasten abdichten – oft die größte Undichtigkeit überhaupt, mit Dämmmatten für etwa 20 € nachrüstbar
Ein wichtiger Hinweis: Je dichter die Wohnung, desto konsequenter musst du lüften. Sonst schlägt sich die Feuchtigkeit an der kältesten Stelle nieder – und das ist dann die Außenwandecke hinter dem Schrank.
Warmwasser und Strom
- Sparduschkopf: 20 bis 40 €, senkt den Durchfluss von 12 auf 6 bis 8 Liter pro Minute. Bei elektrischem Warmwasser die wirtschaftlichste Maßnahme überhaupt – oft über 150 € im Jahr. Den alten Kopf aufheben.
- Perlatoren an den Wasserhähnen: 5 bis 10 € pro Stück, halbieren den Durchfluss beim Händewaschen.
- Anbieterwechsel beim Strom: kostet nichts und spart je nach Ausgangstarif 150 bis 400 € im Jahr. Der größte Hebel ohne jede Verhaltensänderung.
- Dauerläufer identifizieren: Router, alte Set-Top-Box, Zweitkühlschrank. Ein Strommessgerät für 15 € findet sie an einem Nachmittag.
Was du darfst – und was nicht
| Maßnahme | Zustimmung nötig? | Rückbau beim Auszug |
|---|---|---|
| Thermostate tauschen | nein | ja, Originale aufheben |
| Dichtungsbänder anbringen | nein | ja, rückstandsfrei entfernen |
| Sparduschkopf | nein | ja, Original aufheben |
| Reflexionsfolie | nein | ja |
| LED-Leuchtmittel | nein | nein |
| Balkonkraftwerk | Anmeldung nötig, Zustimmung meist nicht mehr verweigerbar | ja |
| Rollladenkasten dämmen | besser abstimmen | ja |
| Fenster oder Heizkörper tauschen | ja | Sache der Vermieterseite |
Grundregel: Alles, was du ohne Substanzeingriff anbringen und rückstandslos wieder entfernen kannst, ist unproblematisch. Sobald gebohrt oder etwas dauerhaft verändert wird, hol dir die Zustimmung schriftlich.
Balkonkraftwerk als größter Hebel
Eine Steckersolaranlage mit 800 Watt kostet 400 bis 800 € und liefert je nach Ausrichtung 500 bis 800 kWh im Jahr. Davon nutzt du realistisch 60 bis 70 Prozent selbst – das sind 120 bis 200 € Ersparnis jährlich. Die Anlage amortisiert sich also in drei bis fünf Jahren und kann beim Umzug mitgenommen werden.
Die Rechtslage hat sich zugunsten der Mietenden verschoben: Steckersolargeräte gelten inzwischen als privilegierte Maßnahme, die Zustimmung darf nicht ohne triftigen Grund verweigert werden. Anmelden musst du die Anlage trotzdem – im Marktstammdatenregister.
Was sich am meisten lohnt
| Maßnahme | Kosten | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|
| Stromanbieter wechseln | 0 € | 150 – 400 € |
| Sparduschkopf | 20 – 40 € | 100 – 250 € |
| Balkonkraftwerk | 400 – 800 € | 120 – 200 € |
| Richtig lüften und heizen | 0 € | 80 – 200 € |
| Dichtungsbänder | 20 – 50 € | 60 – 150 € |
| Programmierbare Thermostate | 60 – 200 € | 50 – 120 € |
Häufige Fragen
Wie kalt darf die Wohnung werden?
Unter 16 Grad steigt die Schimmelgefahr deutlich, weil kalte Wände Feuchtigkeit aufnehmen. Wenig genutzte Räume auf 16 bis 18 Grad, aber nicht komplett auskühlen lassen.
Lohnt sich Heizen mit Strom als Zusatz?
Nein. Ein Heizlüfter kostet pro Kilowattstunde Wärme rund das Dreifache von Gas. Als Dauerlösung ist das die teuerste Variante überhaupt.
Kann ich eine Modernisierung verlangen?
Einen Anspruch auf energetische Modernisierung gibt es nicht. Bei Mängeln wie undichten Fenstern oder Schimmel besteht aber ein Anspruch auf Instandsetzung – das ist etwas anderes.
Muss ich alles beim Auszug zurückbauen?
Alles, was du verändert hast, ja. Deshalb: Originalteile wie Thermostate und Duschkopf in einem Karton aufbewahren – dann ist der Rückbau eine Sache von 20 Minuten.
Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.
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