Renovierung
Fassade dämmen: Kosten pro Quadratmeter im Überblick
Ein Wärmedämmverbundsystem kostet montiert 150 bis 250 Euro je Quadratmeter Fassadenfläche, eine Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk nur 20 bis 45 Euro. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt die ganze Entscheidung.
Höchstwert, den die gedämmte Außenwand nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz erreichen muss.
Bagatellgrenze: Bleibt die Änderung darunter, greift die Anforderung nicht.
Grundfördersatz der Bundesförderung für Maßnahmen an der Gebäudehülle.
Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben für die erste Wohneinheit, mit Sanierungsfahrplan 60.000 Euro.
Was kostet welches Verfahren je Quadratmeter?
Die Preise gelten je Quadratmeter Fassadenfläche, nicht je Quadratmeter Wohnfläche. Miss dazu Länge mal Höhe der Außenwände und ziehe Fenster und Türen ab.
| Verfahren | Preis je m² | Typische Dämmstärke | Wann es passt |
|---|---|---|---|
| Wärmedämmverbundsystem mit EPS | 150 bis 250 Euro | 14 bis 18 cm | verputztes einschaliges Mauerwerk, Standardfall |
| Wärmedämmverbundsystem mit Mineralwolle | 180 bis 300 Euro | 16 bis 20 cm | wenn nicht brennbar gefordert ist |
| Kerndämmung durch Einblasen | 20 bis 45 Euro | vorhandene Luftschicht | zweischaliges Mauerwerk, oft Norddeutschland |
| Hinterlüftete Vorhangfassade | 250 bis 450 Euro | 18 bis 24 cm | Schlagregenlage, freie Materialwahl |
| Innendämmung, kapillaraktiv | 80 bis 180 Euro | 6 bis 10 cm | Sichtfachwerk, Stuckfassade, Denkmal |
| Nur Gerüst, ohne Dämmung | 8 bis 15 Euro | Standzeit 4 bis 6 Wochen | fällt bei jeder Außenarbeit an |
Die Kerndämmung ist der Sonderfall, der sich fast immer rechnet. Sie funktioniert nur, wenn zwischen Außen- und Innenschale eine Luftschicht von mindestens vier Zentimetern liegt. Ein Fachbetrieb prüft das mit einer Endoskopkamera durch ein kleines Bohrloch, das kostet 150 bis 400 Euro.
Was steckt im Quadratmeterpreis?
Die Dämmplatte selbst ist der kleinere Teil. Bei einem Wärmedämmverbundsystem für 190 Euro je Quadratmeter verteilt sich der Betrag grob so: 30 bis 45 Euro Material, 60 bis 80 Euro Lohn für Kleben, Dübeln und Armieren, 25 bis 40 Euro Oberputz mit Anstrich, 10 bis 15 Euro Gerüst und der Rest sind Anschlussarbeiten.
Die Anschlüsse treiben den Preis. Jedes Fenster braucht eine neue Laibungsdämmung und ein Anschlussprofil. Fensterbänke werden zu kurz und müssen getauscht werden. Dachüberstände reichen plötzlich nicht mehr, Regenrohre und Außensteckdosen wandern nach vorn, Rollladenkästen sind Wärmebrücken.
- Fensterbänke neu: 60 bis 140 Euro pro Fenster
- Laibungsdämmung: 25 bis 50 Euro pro laufendem Meter
- Sockeldämmung mit Perimeterplatte: 60 bis 110 Euro je Quadratmeter
- Dachüberstand verlängern: 1.500 bis 5.000 Euro für ein Einfamilienhaus
- Altputz abschlagen und entsorgen: 15 bis 35 Euro je Quadratmeter
Lass dir das Angebot deshalb nach Positionen aufschlüsseln. Ein Pauschalpreis je Quadratmeter ohne Anschlussarbeiten ist keine Kalkulation, sondern ein Lockangebot.
Wann schreibt das Gesetz die Dämmung vor?
Es gibt keine Pflicht, eine intakte Fassade zu dämmen. Sobald du aber den Außenputz erneuerst oder eine Bekleidung anbringst, greift das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die betroffene Wandfläche muss dann einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen. Das entspricht bei üblichen Dämmstoffen etwa 14 bis 16 Zentimetern.
Die Ausnahme steht im selben Paragrafen: Betrifft die Änderung nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe, gilt die Anforderung nicht. Wer eine Giebelseite ausbessert, fällt also meist darunter. Wer das ganze Haus neu verputzt, nicht.
Daraus folgt die wichtigste Regel für deine Kalkulation: Steht der Putz ohnehin an, kostet die Dämmung nur den Aufpreis. Der liegt bei etwa 60 bis 120 Euro je Quadratmeter gegenüber einem reinen Neuputz, und damit sieht die Rechnung völlig anders aus. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung; im Einzelfall entscheidet die zuständige Bauaufsicht.
Förderung oder Steuerbonus?
Beides gleichzeitig geht nicht. Du musst dich entscheiden, und die Entscheidung hängt an deinem Steuersatz und am Zeitpunkt.
Zuschuss. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle nennt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Grundfördersatz von 15 Prozent. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan kommen 5 Prozent dazu. Die förderfähigen Ausgaben sind auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt, mit Sanierungsfahrplan auf 60.000 Euro. Der Bauantrag muss mindestens fünf Jahre zurückliegen, und ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden sein. Der Antrag gehört vor die Auftragsvergabe.
Steuerbonus. Alternativ zieht das Finanzamt über drei Jahre 7, 7 und 6 Prozent der Kosten von deiner Steuerschuld ab, zusammen 20 Prozent und höchstens 40.000 Euro je Objekt. Die Wärmedämmung von Wänden ist dort ausdrücklich genannt. Das Haus muss älter als zehn Jahre sein, du musst darin selbst wohnen, und die Rechnung muss unbar bezahlt werden. Wer einen Zuschuss annimmt, verliert den Steuerbonus für dieselbe Maßnahme.
Rechenbeispiel für 25.000 Euro Kosten: Der Zuschuss bringt 3.750 Euro sofort, mit Sanierungsfahrplan 5.000 Euro. Der Steuerbonus bringt 5.000 Euro, verteilt über drei Steuerjahre, und nur wenn deine Steuerschuld hoch genug ist. Prüfe die Sätze vor der Antragstellung, sie wurden 2026 geändert.
Wann rechnet sich das?
Nimm ein Einfamilienhaus von 1968 mit 140 Quadratmetern Fassadenfläche. Die ungedämmte Vollziegelwand liegt bei etwa 1,4 W/(m²K), nach der Dämmung bei 0,22.
Rechnerisch spart das rund 9.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr, bei Gaspreisen um 12 Cent also 1.100 bis 1.400 Euro. In der Praxis fällt die Ersparnis niedriger aus, meist 700 bis 1.100 Euro. Der Grund: In ungedämmten Häusern wird selten jedes Zimmer auf 21 Grad geheizt, es gibt also weniger einzusparen, als die Formel verspricht.
Bei 25.000 Euro Investition und 3.750 Euro Zuschuss bleiben 21.250 Euro. Geteilt durch 900 Euro Ersparnis ergibt das rund 24 Jahre. Ein Wärmedämmverbundsystem hält 30 bis 40 Jahre, die Rechnung geht also auf, aber knapp.
Ganz anders sieht es aus, wenn der Putz ohnehin fällig ist. Dann zählen nur die Mehrkosten von etwa 12.000 Euro, und die Amortisation liegt bei 11 bis 14 Jahren. Deshalb lautet die ehrliche Empfehlung: Dämme, wenn du sowieso am Haus arbeitest. Ein intaktes Haus allein wegen der Heizkosten einzurüsten, lohnt sich selten. Bis dahin holst du mehr aus dem richtigen Umgang mit der Heizung heraus.
Warum ist Innendämmung heikel?
Innendämmung verlegt den Taupunkt nach innen. Die Außenwand bleibt kalt, und die warme Raumluft trifft hinter der Dämmung auf kaltes Mauerwerk. Kondensiert dort Feuchtigkeit, entsteht Schimmel, den niemand sieht, bis der Putz sich löst.
Deshalb gilt bei Innendämmung eine andere Reihenfolge als außen. Zuerst muss die Fassade schlagregendicht sein, dann folgt ein bauphysikalischer Nachweis, erst danach die Ausführung. Kapillaraktive Materialien wie Kalziumsilikat oder Holzfaser transportieren anfallende Feuchte zurück nach innen und sind deshalb die üblichere Wahl.
Zwei Fehler wiederholen sich besonders oft: Dämmplatten werden nur punktweise geklebt, sodass hinter der Platte Luft zirkuliert. Und die Anschlüsse an Innenwände und Decken bleiben ungedämmt, was dort eine kalte Ecke erzeugt. Beides führt zuverlässig zu Feuchteschäden.
Plane Innendämmung nicht ohne Fachplanung. Hilfreich ist außerdem alles, was die Raumluftfeuchte niedrig hält, wie in unserem Ratgeber zum richtigen Lüften beschrieben.
Häufige Fragen
Was kostet Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Muss ich beim Neuverputzen zwingend dämmen?
Wie dick muss die Dämmung sein?
Kann ich Zuschuss und Steuerbonus kombinieren?
Nach wie vielen Jahren hat sich die Dämmung bezahlt?
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Anforderungen nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz, Fördersätze nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Stand Juli 2026 · Preise sind marktübliche Spannen, Angaben ohne Gewähr.
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